Maximale Erlöse für Post-EEG-Anlagen: Warum der „Bid-Spread“ wichtig ist

Die Wahl des richtigen Abnehmers kann für Betreiber von Post-EEG-Anlagen einen erheblichen Unterschied bei den Erlösen ausmachen. Wer davon ausgeht, dass der Markt für grünen Strom einheitliche Preise bietet, unterschätzt die Dynamik der aktuellen Abnehmerlandschaft. Aktuelle Analysen des Marktplatzes Renewable Exchange zeigen, wie groß die finanzielle Hebelwirkung eines Marktvergleichs tatsächlich ist.

11 Euro Unterschied: Die Macht des Wettbewerbs

Ausschreibungen zeigen regelmäßig, dass die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Gebot für denselben Strom bei Wind-Onshore-Anlagen im Median bis zu 11 Euro pro Megawattstunde betragen kann.

Was auf den ersten Blick nach einem marginalen Betrag aussieht, summiert sich bei professionellen Assets schnell zu erheblichen Beträgen:

  • Für eine typische Post-EEG-Anlage mit 2 Megawatt Leistung und rund 4.000 MWh Jahresproduktion ergibt sich daraus eine Differenz von mehr als 40.000 Euro jährlich, über 3 Jahre über 130.000 Euro

Diese teils deutlichen Abweichungen liegen nicht an mangelnder Transparenz, sondern an der tiefgreifenden Struktur des Marktes.

Die Abnehmerlandschaft: Kein homogener Markt

Abnehmer sind keine Einheitsgruppe. Hinter jedem Gebot steht ein individuelles Geschäftsmodell mit unterschiedlichen Marktrollen:

  • Manche agieren als Händler an der Strombörse.
  • Andere beliefern direkt industrielle oder private Endkunden.
  • Wieder andere haben eine klare strategische Ausrichtung hinsichtlich geografischer Schwerpunkte, bevorzugter Technologien oder spezifischer Risikoprofile.

Das Puzzle-Prinzip: Passt Ihre Anlage ins Bild?

Um den Markt zu verstehen, hilft ein Vergleich: Jeder Abnehmer lässt sich wie ein Puzzle verstehen – und jede Anlage wie ein Puzzleteil.

Die Attraktivität eines Gebots hängt - neben den individuellen Bepreisungs-Methodologien - maßgeblich davon ab, wie gut Ihr spezifisches Erzeugungsprofil in das aktuelle Portfolio (das „Puzzle“) des Abnehmers passt.

  • Sucht ein Abnehmer zur Diversifizierung seines Portfolios genau Ihre Technologie in Ihrer Region, wird er ein attraktiveres Gebot abgeben können.
  • Passt das Puzzleteil perfekt, ist der Weg zu einem PPA für beide Seiten effizienter und lukrativer.

Die Herausforderung: Dieses „Puzzle“ der Abnehmer ist nicht statisch. Es verändert sich jedes Jahr durch neue Verträge, geänderte Strategien und Marktbedingungen.

Fazit: Die Notwendigkeit einer breiten Herangehensweise

Da sich die Anforderungen der Abnehmer ständig wandeln, ist eine regelmäßige und breite Herangehensweise bei der PPA-Suche unerlässlich. Wer nur den einen bekannten Partner anfragt, erfährt nie, ob sein Puzzleteil bei einem anderen Abnehmer gerade einen deutlich höheren Wert hätte. Ein transparenter Marktvergleich ist damit das wichtigste Werkzeug für die wirtschaftliche Sicherung von EE-Assets.

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