Was ist ein Power Purchase Agreement (PPA)?

Ein Power Purchase Agreement, kurz PPA, ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Stromerzeuger und einem Abnehmer.

In einem PPA werden unter anderem Preis, Laufzeit, Liefermenge und Abnahmebedingungen für den erzeugten Strom festgelegt. PPAs kommen insbesondere bei erneuerbaren Erzeugungsanlagen wie Wind- und Photovoltaikanlagen zum Einsatz.

Für wen sind PPAs relevant?

PPAs werden sowohl von Betreibern erneuerbarer Anlagen als auch von Stromabnehmern genutzt:

  • Für Betreiber bieten PPAs planbare Erlöse außerhalb der EEG-Förderung.
  • Abnehmer sichern sich langfristig Strommengen zu definierten Konditionen.

Welche Arten von PPAs gibt es?

Was ist ein Onsite PPA?

Bei einem Onsite PPA wird der Strom direkt am Standort des Abnehmers erzeugt und verbraucht, etwa bei einer PV Anlage auf dem Firmendach.

Der Strom wird nicht über das öffentliche Netz geliefert. Netzentgelte und Umlagen fallen in der Regel nicht an.

Was ist ein Offsite PPA?

Bei einem Offsite PPA befinden sich Erzeugungsanlage und Abnehmer an unterschiedlichen Standorten. Der Strom wird über das öffentliche Netz geliefert.

Offsite PPAs sind die häufigste Form von PPAs im Bereich Windenergie und großer PV Freiflächenanlagen.

Was ist ein Corporate PPA?

Ein Corporate PPA ist ein Vertrag zwischen einem Stromerzeuger und einem Unternehmen als Endabnehmer.

Diese PPAs werden häufig genutzt, um langfristige Strompreise zu sichern und Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.

Was ist ein Utility PPA?

Bei einem Utility PPA ist der Abnehmer ein Energieversorger oder Stromhändler.

Utility PPAs werden häufig von Betreibern genutzt, um größere Strommengen langfristig zu vermarkten, insbesondere im Post-EEG Kontext.

Welche Laufzeiten haben Post-EEG PPAs?

Typische PPA Laufzeiten liegen zwischen eins und drei Jahren.

Kürzere Laufzeiten bieten mehr Flexibilität, längere Laufzeiten erhöhen die Erlössicherheit. Die optimale Laufzeit hängt von der individuellen Vermarktungsstrategie ab.

Welche Rolle spielen PPAs in der Post-EEG Vermarktung?

Nach dem Ende der EEG Förderung ermöglichen PPAs planbare Erlöse außerhalb der reinen Direktvermarktung am Spotmarkt.

Sie werden häufig genutzt, um Preisrisiken zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit von Bestandsanlagen langfristig abzusichern.

Wie kommt ein PPA zustande?

PPAs können bilateral verhandelt oder im Rahmen strukturierter Ausschreibungen abgeschlossen werden.

Bei Ausschreibungen erhalten Betreiber mehrere Angebote von potenziellen Abnehmern und können Preise und Vertragsbedingungen vergleichen.

Einordnung

PPAs sind ein zentrales Instrument der Stromvermarktung erneuerbarer Energien. Sie bieten Betreibern Flexibilität bei Preisgestaltung und Laufzeit und spielen eine wichtige Rolle in der Post EEG Vermarktung.

Welche PPA Struktur sinnvoll ist, hängt von Anlage, Marktumfeld und individueller Risikobereitschaft ab.

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