PPA oder variable Vergütung: Die optimale Vermarktung für Post-EEG-Anlagen

Mit dem Ende der gesetzlichen EEG-Förderung stehen Anlagenbetreiber vor einer grundlegenden strategischen Entscheidung. Während die Vergütung über Jahrzehnte hinweg staatlich fixiert war, bestimmt nun die Marktdynamik über die Wirtschaftlichkeit der Wind- und PV-Assets. Die zentrale Frage lautet dabei: Bietet ein Power Purchase Agreement (PPA) mit festen Preisen die nötige Sicherheit, oder verspricht die variable Vergütung am Spotmarkt höhere Erlöspotenziale?

Erlöspfad nach der Festvergütung

Für viele Betreiber ist der Übergang in die Post-EEG-Phase mit Unsicherheit verbunden, da die gewohnte Kalkulationsbasis entfällt. In einem Marktumfeld, das 2025 von hoher Volatilität und einem Anstieg negativer Strompreisphasen geprägt war, ist die bloße Fortführung der Direktvermarktung ohne Preisabsicherung riskant.

Betreiber müssen heute abwägen, ob sie das Preisrisiko selbst tragen wollen, um von Marktspitzen zu profitieren, oder ob sie dieses Risiko gegen eine Gebühr an einen Abnehmer (Utility oder Corporate) übertragen. Insbesondere bei kleinen Portfolios oder Einzelanlagen im Sub-Megawatt-Bereich kann die variable Vermarktung zur Herausforderung werden, da sie keine stabilen Cashflows für den Weiterbetrieb garantiert.

Vergleich der Vermarktungsmodelle

Die Entscheidung zwischen PPA und variabler Vergütung hängt maßgeblich von der Risikobereitschaft und der Finanzierungsstruktur des Betreibers ab.

PPA: Sicherheit durch Risikoübertragung

Ein PPA fungiert im Kern als Versicherung gegen sinkende Strompreise. Der Abnehmer zahlt einen festen Betrag pro eingespeister Megawattstunde und übernimmt dafür Marktpreis- und oft auch Profilrisiken.

  • Planbarkeit: Festpreismodelle ermöglichen eine präzise Budgetierung der Instandhaltungs- und Betriebskosten.
  • Utility PPAs: Im Jahr 2025 haben sich Energieversorger als stabilste Abnehmer für Post-EEG-Anlagen erwiesen, da sie über komplementäre Portfolios verfügen.
  • Abschläge für Risikofreiheit: In Verträgen, die auch bei negativen Spotpreisen oder Abschaltungen eine Vergütung garantieren, sind Preisabschläge im Vergleich zum reinen Terminmarktniveau üblich.

Variable Vergütung: Partizipation am Markt

Die variable Vermarktung – etwa über den Monatsmarktwert oder direkt am Spotmarkt – eignet sich für Betreiber, die keine festen Kreditverpflichtungen mehr bedienen müssen und über eine hohe Risikotragfähigkeit verfügen.

  • Capture Rate als Erfolgskriterium: Entscheidend ist hier, wie gut das Erzeugungsprofil der Anlage mit den Hochpreisphasen an der Börse korreliert. Windkraftanlagen erreichten 2025 im Schnitt eine Capture Rate von 68% des Baseload-Preises.
  • Anreiz zur Optimierung: Wer variabel vermarktet, profitiert unmittelbar von technischen Optimierungen oder der Kombination mit Speichern, um Einspeisungen in negative Preisphasen zu vermeiden.

Entscheidungskriterien für Anlagenbetreiber

Ob ein PPA oder die variable Schiene vorteilhafter ist, lässt sich selten pauschal beantworten. Daten aus dem Jahr 2025 zeigen jedoch klare Tendenzen:

  1. Portfolio-Effekt: Die Bündelung von Anlagen in Portfolios erhöht die Attraktivität für PPA-Abnehmer signifikant und kann die Capture Rate im Vergleich zu Einzelstandorten spürbar verbessern.
  2. Marktfenster nutzen: Da Terminmarktpreise für die kommenden Lieferjahre (z. B. 2026/2027) stark schwanken, ist das Timing des PPA-Abschlusses entscheidend.
  3. Technisches Setup: Eine funktionierende Fernsteuerbarkeit ist für beide Modelle Voraussetzung, um bei Bedarf auf Marktsignale reagieren zu können.

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