Utility PPAs verstehen: Der klassische Marktzugang für Erneuerbare Energien

Für Betreiber von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien in Deutschland sind Power Purchase Agreements (PPAs) ein unverzichtbares Instrument zur Vermarktung ihres Stroms. Unter den verschiedenen PPA-Formen ist das Utility PPA (Versorger-PPA) der primäre Weg für den Stromverkauf – sowohl für Anlagen innerhalb der EEG-Förderung als auch für ungeförderte Assets.

Ein Utility PPA ist ein Vertrag zwischen einem Erzeuger und einem Energieversorger oder Direktvermarkter. Während ein Corporate PPA auf langfristige Partnerschaften mit Industrie-Endkunden setzt und sehr viel Koordination voraussetzt, bietet das Utility PPA einen schnellen, standardisierten Zugang zum Strommarkt.

Typen von Utility PPAs: Sicherheit vs. Marktchancen

In der aktuellen Marktpraxis haben sich vor allem zwei Strukturmodelle etabliert, die es Betreibern ermöglichen, ihr Risiko individuell zu steuern:

1. Fixed-Price PPA (Reiner Festpreis)

Dieses Modell bietet maximale Kalkulationssicherheit. Der Erzeuger erhält über die gesamte Vertragslaufzeit einen festen Euro/MWh-Satz für jede eingespeiste Kilowattstunde (Pay-as-produced).

  • Vorteil: Volle Budget-Sicherheit und Schutz vor sinkenden Börsenpreisen.
  • Laufzeit: Typischerweise 1 bis 3 Jahre.

2. Hybrid-PPA (Fix / Variabel Mix)

Dieses Modell kombiniert die Stabilität eines Festpreises mit den Chancen des Spotmarkts. Dabei wird das Erzeugungsvolumen gesplittet – beispielsweise nach einer 80/20-Regel:

  • 80 % Fixanteil: Ein Großteil der Erzeugung wird zu einem festen Preis abgesichert, um die laufenden Betriebskosten (OPEX) und Finanzierungen zu decken.
  • 20 % Spotmarkt-Anteil: Der restliche Teil der Erzeugung wird variabel zum aktuellen Börsenpreis (Spotmarkt) vergütet.
  • Vorteil: Betreiber profitieren von Preisspitzen am Markt, behalten aber gleichzeitig ein stabiles Fundament durch den hohen Fixanteil.

Kalkulation des PPA-Preises: Die Komponenten

Der angebotene Preis im Utility PPA setzt sich aus verschiedenen Marktfaktoren zusammen:

  • Großhandelspreis: Die Basis bildet der Terminmarkt (für Fixpreise) oder der Spotmarkt (für variable Anteile).
  • Profilwert / Kannibalisierung: Da Wind- und Solaranlagen wetterabhängig einspeisen, kalkuliert der Abnehmer das Risiko ein, dass die Preise bei hoher Erzeugung sinken.
  • Ausgleichsenergiekosten: Der Versorger übernimmt das Risiko für Prognoseabweichungen zwischen der gemeldeten und der tatsächlichen Einspeisung.
  • Herkunftsnachweise (HKN): Der ökologische Mehrwert des Stroms wird oft über separate Zertifikate vergütet, was die Gesamtrendite steigert.

Utility PPA vs. Corporate PPA – Die wichtigsten Unterschiede

Fazit: Welches Modell passt zu Ihrem Asset?

Utility PPAs bleiben das Rückgrat für den Marktzugang Erneuerbarer Energien in Deutschland. Während das reine Fixed-Price-Modell ideal für risikoaversive Betreiber ist, bietet der Fix/Variabel-Mix die nötige Flexibilität, um an einem volatilen Strommarkt zusätzliche Erlöspotenziale zu heben. Die Wahl des richtigen Mixes ist entscheidend, um die Wirtschaftlichkeit der Anlage langfristig zu sichern.

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